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20 Jahre Währungsunion - Ein nicht ganz ernst gemeinter Brief an die Friedrich Ebert Stiftung

btr. Abendveranstaltung zum Thema: "20 Jahre Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion - Was waren die Folgen?" 23. November 2010 in Berlin

Sehr geehrte Friedrich Ebert-Stiftung,

Sie hatten mich freundlicherweise zu Ihrer Gedenkstunde an die erste (deutsche) Währungsunion vor dem EURO eingeladen. Leider kann ich nicht teilnehmen. Ich bewundere aber, mit wieviel Gefühl Sie als Stiftung der SPD die Podien bei einem aktuell so zentralen Thema wie die DM-Währungsunion besetzen. Thema und Personen passen hervorragend in eine Zeit, in der die von der Finanzkrise erfolgte Neuverteilung unseres Geldvermögens beim Elterngeld der Sozialhilfeempfänger, im Weihnachtsgeld der Beschäftigten, bei den Kita-Gebühren und in den Streichungen öffentlicher Bücherhallten sich dort zeigt, wo sie die Politik der letzten 20 Jahre hingesteuert hat.

Es ist erfreulich, dass dabei für den vermutlich verhinderten Hans-Werner Sinn dessen Frau aus dem gemeinsamen Buch (Gerlinde Sinn und Hans-Werner Sinn (1993): Kaltstart) einen verklärten Blick zurückwerfen kann. Ich hoffe, dass dabei auch die neueren Werke aus ihrer Münchener Werkstatt zur Verteidigung des "(Kasino-)kapitalismus", zur Sozialfrage und zum "grünen Paradox" präsentiert werden können. Auch die übrigen Vortragenden wie die ehemalige KfW-Chefin Matthäus-Maier (SPD/FDP), die die Verantwortung für die von der IKB dem Staat in Rechnung gestellten Milliarden so beherzt von sich wies, garantieren mE, dass die der SPD neuerdings so wichtigen sozialen Implikationen des Finanz- und Währungssystems von der FES deutlich herausgestelt werden. Der jungen Generation wird dadurch erkennbar, wie sozial eine mit Staatsgeldern und maßvollen Tarifabschlüssen stabilisierte DM- und EURO-Währung in den letzten 20 Jahren die Beschäftigung im Osten gesichert, die Löhne und Sozialleistungen gestärkt, unsere öffentliche Daseinsvorsorge ausgebaut und dem hemmungslosen Gewinnstreben einiger Geldkapitalien Grenzen aufgezeigt hat.

Ich vermisse neben den Genannten auf dem Podium noch SPD-Wirtschaftsexperten wie Clement (RWE), Schröder (Gazprom) oder den leider vorzeitig aus dem Amt geschiedenen Geldexperten, Finanzsenator und Bundesbankdirektor Sarrazin (freier Schriftsteller). Auch ein Praktiker wie Nonnenmacher (HSH-Nordbank) oder Regierungsberater wie Herr von Pierer (Siemens) hätten hier Wichtiges beizusteuern. Der von der Wirtschaft als Kanzlerkandidat der SPD wieder ins Gespräch gebrachte Finanzminister der Krise Steinbrück wird hoffentlich im Publikum dabeisein.

Damit wäre besser gewährleistet, dass wir die finanzpolitischen  Auswirkungen der Agenda 2010 und ihrer Finanzmarktfördergesetze noch besser verstehen.

Leider muss ich Sie gleichwohl bitten, mich wegen dringender terminlicher Verpflichtungen bei dieser spannenden Form ökonomischer Grundausbildung, die den Neuanfang in der SPD Wirtschaftspolitik, den wir alle so herzlich herbeisehnen, so einzigartig erkennbar macht, zu entschuldigen und verbleibe mit kollegialen Grüssen

gez. Ein Eingeladener

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Sehr geehrter Herr

am 23. November 2010 findet in der Friedrich.-Ebert-Stiftung in Berlin eine Abendveranstaltung zum Thema: "20 Jahre Waehrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion - Was waren die Folgen?" statt.

Hierzu laden wir Sie sehr herzlich ein.

Einzelheiten zur Veranstaltung entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Programm.

Falls Sie sich online anmelden moechten, klicken Sie hier: Onlineanmeldung

freundlich gruessen
Ilona Denk und Markus Schreyer
Friedrich-Ebert.-Stiftung
Abt. Wirtschafts- und Sozialpolitik


ID: 46222
Autor(en): UR
Erscheinungsdatum: 03.11.10
   
 

Erzeugt: 03.11.10. Letzte Änderung: 04.11.10.
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