Mitte Oktober startete in Österreich die Plattform bankless-life.at, die "Peer to Peer"- Kredite vergibt, berichtete orf.at: Personen, die Geld brauchen, und solche, die es haben und investieren wollen, wickeln ihr Geschäft via Online-Marktplatz ab, ganz ohne Banken. In der Regel – und im Idealfall – sind die Kreditzinsen niedriger als über den Bankschalter und die Rendite auf der Gegenseite zumindest über Sparbuchniveau. Kritiker warnen indes vor einem möglichen hohen Risiko vor allem auf Anlegerseite.
asb-Geschäftsführer Hans W. Grohs sieht das private Online-Kreditgeschäft "in einem luftleeren Raum" lokalisiert, wo vieles offen und vage sei. Daran ändere auch eine Bonitätsprüfung durch Dritte nichts, sagte Grohs zu orf.at. Diese gleiche vom Prinzip her einer Momentaufnahme, und "in einigen Monaten kann alles anders aussehen". Außerdem "weiß man seit der Krise, was Bewertungen und Bonitäten wert sind. Da würde ich mich nicht darauf verlassen." Grohs vermutet, dass das private Kreditgeschäft via Internet in erster Linie den Vermittlern zugutekommt. Seine Empfehlung:
Wenn schon privat Geld geliehen oder verliehen werde, dann nach dem "alten und bewährten Prinzip von privat an privat im Verwandten- oder Bekanntenkreis, wo ich die Leute kenne". Beim "P2P"-Kredit stelle sich die Frage, ob nach Bearbeitungsgebühren, Kreditsteuer etc. ein Darlehen wirklich billiger ist als über eine Bank. "Für Anleger möglicherweise günstiger, aber mit einem Risiko behaftet, das den Vorteil des Einsatzes vermutlich übersteigt", so Grohs. |