| ECRC ist mit der Londoner Erklärung vertreten |
Protokoll der Sitzung der Europäischen Beratenden Verbrauchergruppe (EBVG)
vom 8. - 9. Dezember 2008
2. Die Rolle der Europäischen Kommission in der Banken- und Finanzkrise (ECCG2008 104-106)
Die Kommission (Frau Donnay, GD Wirtschaft und Finanzen, und Herr Oosterloo,
GD Binnenmarkt und Dienstleistungen) stellt verschiedene, von der Kommission als Reaktion
auf die Banken- und Finanzkrise ergriffene Initiativen vor.
• Die Mehrheit der Mitglieder der EBVG hebt die Diskrepanz zwischen der Dringlichkeit
der Rettung von Banken und dem Mangel an Beachtung für die Interessen der
Verbraucher hervor. Die Mitglieder verweisen auf die ‚Londoner Erklärung‘ der
Europäischen Koalition für Verantwortliche Kreditvergabe und fordern die Kommission
dazu auf, sich verstärkt für die Verbraucher einzusetzen. Sie kritisieren auch die Art und
Weise, wie die Mitteilung der Krise von öffentlichen Stellen gehandhabt worden sei. Die
Kommission antwortet, dass die Kosten eines Nichteinschreitens zur Rettung der Banken
höher gewesen wären als die Kosten der Rettungspläne. Die Kommission fügt hinzu, dass
mit dem Europäischen Konjunkturprogramm eine Auswirkung auf das tatsächliche
Wirtschaftsleben, einschließlich der Verbraucher, verfolgt werde. Mehrere Initiativen der
EU seien speziell auf Verbraucher ausgerichtet, z. B. im Bereich der Einlagensicherung.
• Einige Mitglieder der EBVG stellen Fragen zu Kreditvergabepraktiken. Die Kommission
antwortet, dass sie die Kreditvergabepraktiken in der EU derzeit überprüfe. Die
Kommission habe auch einen Vorschlag zur Überarbeitung der
Kapitalanforderungsrichtlinie angenommen. Die Kommission fügt hinzu, dass ein
Vorschlag zu Rating-Agenturen im November angenommen worden sei und derzeit im
Rat und Parlament besprochen werde.
• Einige Mitglieder äußern besondere Bedenken über die Höhe und die Transparenz der
Gehälter von Führungskräften. Die Kommission antwortet, dass die Mitgliedstaaten in den
befürworteten Rettungsplänen eindeutige Bedingungen für die Gehälter von
Führungskräften angegeben hätten. Die Kommission befasse sich derzeit ebenso mit
Maßnahmen zur Überwachung der Führung von Banken, insbesondere mit der Höhe der
Gehälter von Führungskräften sowie spezifischen Gehaltsstrukturen, die
Risikobereitschaft fördern könnten.
• Ein weiteres Mitglied befürwortet den Ansatz des Weißbuchs über Hypothekarkredite
gegenüber verantwortungsvoller Kreditvergabe. Es äußert sich allerdings kritisch über die
mangelnde Klarheit im Zusammenhang mit der Entscheidung, die bestehenden
Einlagensicherungssysteme zu stärken. Hinsichtlich dieses Einlagensicherungssystems
bemerkt die Kommission, dass die bisherigen Diskussionen im Rat auf eine Garantie von
50 000 EUR ab Juni 2009 hinausliefen (mit einer Erhöhung auf höchstens 100 000 EUR
bis Ende 2010).
• Ein Mitglied bittet die Kommission um eine Reaktion auf die Londoner Erklärung, in der
insbesondere die Einrichtung eines Rettungsfonds für private Immobilienkredite gefordert
werde, um Kreditnehmern bei einer Umstrukturierung ihrer Hypothekarkredite zu
finanziell tragbaren Zinssätzen zu helfen. Dieses Mitglied ist auch enttäuscht über den
Inhalt der Verbraucherkreditrichtlinie, z. B. im Bereich verantwortungsvolle
Kreditvergabe und Marketing. Es fordert die GD Gesundheit und Verbraucher dazu auf,
eine koordinierte Durchführung der Verbraucherkreditrichtlinie unter Berücksichtigung
der Empfehlung des Europarates über gesetzliche Lösungen von Schuldenproblemen
sicherzustellen.
Die Kommission (Frau Minor, GD Gesundheit und Verbraucher) zählt die verschiedenen
Bereiche auf, in denen eine Unterstützung der Verbraucher debattiert werde. Die
Kommission bemerkt, dass die Verbraucherkreditrichtlinie, obwohl sie nicht perfekt sei,
einige positive Aspekte beinhalte, wie zum Beispiel Bestimmungen zu vorvertraglichen
Informationen, die künftige Initiativen zu anderen Finanzprodukten anregen könnten. Die
Kommission werde mit den Mitgliedstaaten untersuchen, wie sie ihren
Handlungsspielraum bei der Durchführung der Richtlinie verwenden könnten, z. B.
bezüglich einer verantwortungsvollen Kreditvergabe. Im Bereich Finanzerziehung würden
einige Initiativen betrachtet. Auch die Weiterverfolgung des Weißbuches über die
Hypothekarkredite sei eine gute Gelegenheit. Die Kommission werde auch das Konzept
von standardisierten Finanzprodukten (z. B. Bankkonten) erneut in Betracht ziehen.
Schließlich werde die Kommission in Anbetracht des Risikos von vermehrten unlauteren
Geschäftspraktiken sowie einer geringeren Produktqualität und -sicherheit ihre Aktivitäten
2009 verstärkt im Bereich Durchsetzung und Marktbeobachtung ansiedeln.
Nachfassende Diskussion und Bericht der EBVG-Untergruppe zu Finanzdienstleistungen auf
der nächsten Sitzung der EBVG vom 24. - 25. März. |
| ID: |
42817 |
| Autor(en): |
ECRC |
| Erscheinungsdatum: |
30.04.09 |
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Erzeugt: 30.04.09. Letzte Änderung: 30.04.09. Information zum Urheberrecht der angezeigten Inhalte kann beim Institut für Finanzdienstleistungen erfragt werden. Aus fehlenden Angaben kann kein Recht zur freien Nutzung der Inhalte abgeleitet werden. |